Vergaser
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Der Vergaser ist ein Maschinenbauteil zum Vermischen von Kraftstoff und Luft, um ein brennbares Gemisch zum Betrieb von Otto-Verbrennungsmotoren zu erzeugen und um die dem Zylinder zugeführte Gemischmenge zu regulieren. Streng genommen ist der Vergaser ein Zerstäuber, denn der Kraftstoff erfährt keine Zuständsänderung (Vergasung), sondern wird feinstmöglich zerstäubt.
Das stöchiometrische Luft-Kraftstoff-Mischungsverhältnis liegt für die heute üblichen Otto- und Dieselkraftstoffe bei ca. 14,7 kg Luft auf 1,0 kg Kraftstoff. Dieses Verhältnis stellt den Lambda-Wert 1 dar. Das Luftverhältnis errechnet sich aus der Luftmasse im Zylinder und der stöchiometrischen Luftmasse. Bei einer niedrigen Verhältniszahl (weniger Luft als beim stöchiometrischen Luft-Kraftstoff-Verhältnis im Zylinder) spricht man von "fettem" Gemisch, bei einer höheren Verhältniszahl von "magerem" Gemisch. Um genau dieses Mischungsverhältnis zu erreichen, insbesondere hinsichtlich eines möglichst geringen Schadstoffausstoßes sowie möglichst niedrigem Verbrauch, ist der Vergaser zumindest im PKW-Bereich inzwischen praktisch komplett von Einspritzanlagen verdrängt worden. Der Vergaser spielt trotz allem noch eine Rolle im Zweitaktmotorenbau, insbesondere bei leichten Motoren für Roller, Kleingeräte und Kettensägen.
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[Bearbeiten] Risszeichnung
Bei unseren Bullets werden für die 500er der Mikarb Vergaser VM28 und für die 350er der VM24 verwendet.
Der beschriebene Vergaser ist der Villiers S.25 mit von Hand zu bedienender Luftkappe. Der Gaszug steuert den Schieber und reguliert die Menge der Mischung, die in den Motor gelangt. Der Vergaser mißt und bestimmt automatisch die richtige Benzinmenge, um der Mischung die nötige Stärke zu geben. Dies wird erreicht durch die in den Vergaser eingebauten Leerlaufdüsen- und Hauptdüsensysteme. Bei niedriger Drehzahl kommt das Benzin von der Leerlaufdüse, bei hoher Drehzahl von der Hauptdüse.
Bestückung: Hauptdüse: 120 c.c. Leerlaufdüse: 35 c.c. Nadel: Nr. 5 (Grundeinstellung 50 mm hervorstehend) Gasschieber: Nr. 2
- Chokezug
- Luftkappenfeder
- Luftkappe
- Vergaserdeckelmutter
- Vergaserdeckel
- Vergaserdeckeldichtung
- Nadeleinstellschraube
- Nadel Nr. 5
- Nadelzentrierkragen
- Nadelfeder
- Schwimmerventilnadel
- Gaszug
- Gaszugfeder
- Schieber Nr. 3
- Schieberführungsschraube
- Schieberanschlagschraube
- Feder
- Vergasergehäuse
- Sicherungsschellenschraube
- Sicherungsschelle
- Einlaufstutzen
- Hohlschraube
- Dichtring klein
- Sieb
- Dichtring groß
- Schwimmer
- Schwimmerkammer
- Schwimmerkammerdichtung
- Feder
- Leerlaufregulierschraube
- Leerlaufdüse 35 c.c.
- Hauptdüse 120 c.c.
- Tupfer
- Tupferfeder
- Tupferfederschraube
- Dichtung
- Hohlschraube
[Bearbeiten] Demontage des Vergasers
- Um den Vergaser auszubauen, muß der Luftfilter vom Vergaser abgetrennt und von der Rahmenbefestigung gelöst werden. Die Befestigungsmuttern sind dann leicht erreichbar, können abgeschraubt werden und danach kann man den Vergaser vom Motor entfernen.
- Den oberen Ring des Vergasers schraubt man ab und zieht so den Schieber aus dem Vergaser.
- Die Schwimmerkammer wird durch das Lösen der unteren Mutter entfernt. .
- Schraube die Hauptdüse vom Zentralstück und der Schwimmer kommt herunter. Danach kann man das Schwimmerventil entfernen.
- Um die Hauptdüsennadel zu lösen, gibt es eine kleine Madenschraube im Zentrum des Gasschiebers. Dies ist die Schraube für die Hauptdüsennadel, und nach ihrem Ausbau wird die Nadel von einer Feder herausgedrückt. Beim Wiederaufbau muß auf die richtige Position der Feder geachtet werden.
- Das Zentralstück ist ein in den Vergaserkörper eingepresstes Stück, das nicht ausgebaut werden kann.
[Bearbeiten] Montage des Vergasers
- Reinige die verschiedenen Teile und beachte, daß die Tupferbohrung sauber ist. Puste die Kanäle und Düsen mit Druckluft frei.
- Montiere den Schwimmer in der richtigen Position (Markierung "bottom") und plaziere die Hauptdüse an die Seite des Zentralstücks.
- Befestige danach die Schwimmerkammer mit der großen Fiberdichtung an der Spitze, danach die untere Mutter mit der kleinen Fiberdichtung. Wende keine große Kraft an.
- Führe den Schieber gleichzeitig mit der Hauptdüsennadel in den Körper ein. Eine Führungsschraube verhindert das Verrutschen des Schiebers.
- Fixiere den Vergaserdeckel richtig und schraube ihn mit dem Gewindering fest.
- Schiebe den Vergaser auf den Vergaserstutzen, setze ihn gerade und klemme ihn fest.
- Bei Montage des gereinigten Ansaugstutzens achte auf die Dichtheit der Fiberdichtringe.
[Bearbeiten] Einstellung des Vergasers
- Zuerst stellt man das Spiel im Gaszug ein und sichert es mit der Kontermutter.
- Die Schieberanschlagschraube kann die Leerlaufgeschwindigkeit erhöhen oder verringern.
- Zum Einstellen lasse den Motor an und drehe mit der Schieberanschlagschraube den Motorleerlauf leicht hoch.
- Nun dreht man die Leerlaufgemischschraube langsam aus oder ein, bis der Punkt der höchsten Drehzahl gefunden ist.
- Nun wird mit der Schieberanschlagschraube der Leerlauf wieder auf eine vernünftige Drehzahl heruntergedreht. Bei neuen Gazzügen ist es manchmal nötig die Hülle des Bowdenzugs etwas zu verkürzen, da der Weg der Schiebeanschlagschraube nur begrenzt ist.
- Die richtige Einstellung ist erreicht, wenn die Maschine einen gleichmäßigen Leerlauf hat und beim Gasgeben kein Loch entsteht.
[Bearbeiten] Reinigung
Dazu musst Du den Vergaser abbauen und die Schwimmerkammer öffnen. Darin findest Du außer dem Schwimmer und dem Nadelventil die mittig angeordnete Hauptdüse und eine irgendwo anders angebrachte kleinere Leerlaufdüse. Alle Teile lassen sich vorsichtig demontiern und mit nichtmetallischen Hilfsmitteln (möglichst nicht mit einem Draht an kalibrierten Düsen rumkratzen) reinigen. Wenn man sicher ist, dass nicht noch in irgendeiner Bohrung ein kleines Bauteil darauf wartet herauszuschießen, kann man auch Druckluft zum Ausblasen nehmen. Die Grundeinstellung des Vergasers ist nicht schwer, bei Enfield aber etwas zeitraubend: alles montieren, Leerlaufgemischschraube(die kleinere, schräg von oben zu erreichende Schraube in einer Bohrung auf der gleichen Vergaserseite, wie die Leerlaufdrehzahlschraube) komplett reinschrauben. Der Motor ist jetzt zu fett eingestellt, läuft aber normalerweise an. Warmfahren. Falls der Motor jetzt abgewürgt wird und warm ist, springt er mit dieser provisorischen Einstellung nicht gerne an. Nach dem Warmfahren die Gemischschraube ca 2-3 Umdrehungen rausdrehen, bis die Leerlaufdrehzahl ein Maximum erreicht und der Motor noch rund läuft. Eventuell müsstest Du jetzt noch einmal die Standgasschraube variieren und danach die Spielerei mit der Gemischschraube wiederholen, bis das Standgas perfekt ist. Meine persönliche Erfahrung mit meiner Ennie ist, dass sie besser Gas im mittleren Leistungsbereich(1/4 bis 1/2Gas) annimmt, wenn man nach dieser Prozedur die Gemischschraube ca.1 Umdrehung reindreht, das Gemisch also etwas fetter einstellt. Auch den Vergaserzylinder begutachten. Wenn Du nämlich fleissig am Vergaser rumschraubst - Standgas rauf und runter drehst, könnte es bei falscher Handhabung auch Kerben im Vergaserkolben geben, die dann zu so etwas führen. Also Ausbauen und auch die Schräge genau unter die Lupe nehmen, bei der die Standgasverstellungschraube anschlägt. Wenn es da Kerben oder sogar kleine Wülste gibt, feinstens abschleifen.....

