Tagebuch Reise nach Mali Teil 2
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[Bearbeiten] bis 19.11.
Habe jetzt 2 Wochen in Bamako im Stadtteil Kalaban coura bei der Familie eines Mitgliedes meiner NGO gewohnt. Die Arbeit einer in der Hauptstadt ansaessigen Organisation besteht hauptsaechlich darin, Kontakte zu knuepfen, potentielle Spender und Verbuendete zu finden und viele Haende wichtiger Leute zu schuetteln. Das ist sicher wichtig, aber nicht das, wofuer ich nach Mali gekommen bin. Fuer einige Tage konnte ich einen Freund begleiten, der fuer die NGO GRAT Schulen in Doerfern betreut. Wir haben begonnen, einige Informationen ueber foerdernswerte Schulen zu sammeln, um im Internet eine serioese, vertrauenserweckende Praesentation vorzubereiten. Fast keine malische NGO hat eine homepage, ein Hindernis bei der Suche nach Partnern und Gebern.
http://gnokonfe.free.fr/photos/fichiers/bamako/bama.jpg http://www.interet-general.info/IMG/bamako-1.jpg http://www.solidarite-mali-brest.com/images/bamako_circulation.jpeg
Am 18.11. bin ich schliesslich in den Bus nach Mopti gestiegen. Dort habe ich einen Tag verbracht und bin am Abend mit einer Pinasse 2 Tage lang bis Dire geschippert. http://www.lonelyplanet.com/worldguide/wgimages/BN5001_9.jpg
[Bearbeiten] 20.11. bis 11.2.- Praktikum in Goundam
Die Zeit in Goundam ist nun vorbei, und ich vermisse das kleine Städtchen am Rande der Sahara schon jetzt. Ich habe hier viel für meine zukünftige Arbeit (Entwicklungszusammenarbeit) gelernt, habe afrikanisches Alltagsleben kennengelernt und festgestellt, dass ich mir wirklich vorstellen kann, in Afrika zu leben. Ich habe Bäume gepflanzt, gegossen (10 Liter pro Bäumchen, 50m schleppen- alles lowtech), im Büro viel über das Erstellen von Projektanträgen und Bilanzen gelernt und in endlosen Diskussionen und der (manchmal unschönen) Realität viel über afrikanische Lebens-, Denk- und Organisationsweisen kennengelernt. Meine malische Familie Sangho - wir sind echte Griots!- bei der ich als Amadou Sangho lebte, habe ich wirklich ins Herz geschlossen. Und sogar etwas Songhai habe ich gelernt. Ausserdem habe ich die weite Gegend erkundet: Tombouctou, Tonka, Niafunke (Ali Farka Toure), Diré, Ras el Mas, den Lac Télé... Ich habe vor, im Sommer 2008 zurückzukommen, um für meine Diplomarbeit über regionale Adaptionsstrategien Goundams an dem Klimawandel zu recherchieren.
Lac Télé.JPG
der See Télé |
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http://de.wikipedia.org/wiki/Songhai
[Bearbeiten] 12.2. bis 17.2.- Bamako
Nach einer 24-stündigen, absolut erschöpfenden Rückfahrt per umgebautem LKW nach Bamako, habe ich in den letzten Tagen das Motorrad fit gemacht und alle Papiere besorgt.
[Bearbeiten] 18.2. bis 22.2.- der Süden Malis
Für 4 Tage wollte ich einmal noch etwas grüne Landschaften sehen und so weit nach Süden vorstossen, wie noch nie vorher. Ich bin von Bamako in 2 Tagen nach Sikasso-ville gefahren, um anschliessend über Segou zurück in die Hauptstadt zu rollen. Alles in allem ungefähr 850 km. Die 3. Region Malis, Sikasso, liegt in der Feuchtsavanne. Hier werden Obst und Gemüse für das ganze Land produziert. Die 4. Region, Segou, liegt in der Trockensavanne und ist das Anbaugebiet für Baumwolle - eine der besten Qualitäten weltweit! Mit dieser Pflanze ist eine bescheidene Industrie verknüpft: Fabriken zum entfernen der Samen aus den Fasern, zur Ölgewinnung aus eben diesen Samen und schliesslich zur Seifenproduktion aus dem gewonnenen Öl. Trotz dreier Reifenpannen und einem daraus resultierenden Sturz (der allererste auf dieser Reise!) habe ich diese kleine Rundfahrt sehr genossen: kleine Dörfer mit Rundhütten und strohgedeckten Spitzdächern, Wälder, wuchtige Mangobäume, fantastische Baobabs in der Region Segou... Mit dem Übernachten ist das übrigens ganz einfach: Die Malier nennen ihr Land terre d'hospitalité (Land der Gastfreundschaft). Man kommt immer mit jemandem ins Gespräch, also einfach fragen, ob man in dessen Haus übernachten kann und am nächsten morgen ein kleines Geschenk - fertig. Ganz einfach, preiswert und pädagogisch wertvoll! Die letzte Nacht habe ich bei wirklich armen Bambana-Bauern verbracht: die hatten 2 Schafe, 5 Kühe, einen Esel und eine Ziege, aber nicht mal eine Latrine (Toiletten oder Duschen in unserem Sinne gibt sehr selten). Die Leute waren aber sehr nett und haben mir Essen und Trinken gegeben. Nur mit der Sprache war es etwas kompliziert, da diese weder französisch sprachen noch ich mehr als 5 Worte Bambana zu meinem Wortschatz zählen kann.
[Bearbeiten] 23.2. bis ??? Ausreise aus Mali
Morgen ist es soweit: ich trete endgültig die Heimreise an. In der 1. Region, Kayes, werde ich noch hier und da etwas durch die Landschaft kurven, um dann in den Senegal einzureisen.
[Bearbeiten] 27.2. bis 2.3. Senegal
Und ein zweites Mal gings in den Senegal. Habe aus Spass mal Pauschalurlauber nahe Mbour besucht und photographiert. Photos kommen später. Weiterhin hat mich St Louis wirklich verzaubert, weniger wegen der allseits gelobten Kolonialarchitektur, diese Hafenstadt hat einen ganz besonderen Charme. Mehr später. Bin jetzt gerade übrigens in Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens und muss mich noch um eine übernachtungsmöglichkeit für heute abend kümmern.
So, das war´s erstmal. Mir geht es gut, rani auch - sie schnurrt wie ein Kätzchen. Vielen Dank noch an Ralf, der mich bei den Photos unterstützt und das alles hier so schön ordentlich gestaltet hat! Wenn ich erst einmal in Mali angekommen bin, finde ich bestimmt einen Tag Zeit, das alles hier detaillierter, chronologisch nachvollziehbar und mit weniger Rechtschreibfehlern zu gestalten. (Mein Vater ist Deutschlehrer und schämt sich sonst für mich)
Ich habe auch noch mein eigenes handgeschriebenes Tagebuch, damit ich nix vergesse.
bislama, au revoir, légi légi (das ist Wolof!)
Marcus

