Grossglockner Hochalpenstrasse
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Am Mittwochabend fuhr ich mit der Enfield von der Schweiz nach Innsbruck, damit wir (Hendrik/Simmi119 und ich) am Donnerstag möglichst früh die geplante Tour über die Grossglockner Hochalpenstrasse starten konnten. Donnerstags gegen 6:45 kam ich in Innsbruck weg und fuhr via Wörgl und Kitzbühel, Pass Thurn, Mittersill und Zell am See nach Saalbach-Hinterglemm. Hendrik war bereits am Dienstag im sehr zu empfehlenden Motorradhotel Jausern in Saalbach Hinterglemm angekommen und hatte mir zum leichteren Auffinden die Enfield an die Strasse hinunter geparkt.
Dann ging es los nach Bruck an der Glocknerstrasse und von dort gleich zur Mautstelle. 17 Euro kostet die Tageskarte, aber die Strasse ist perfekt geräumt (bei über 4m hohen Schneewänden) und in einem sehr guten Zustand. Im Preis enthalten sind zahlreiche Museen und Ausstellungen entlang der Straße (Piffkar, Haus Alpine Naturschau, Ausstellung "Bau der Straße"), botanische Lehr- und Wanderwege wie z.B. Schöneck, Informations- und Schautafeln über die Region, Geologie, Fauna & Flora, Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (4-stöckiges Ausstellungszentrum inkl. Glockner Kino), Gamsgrubenweg mit Installationen und interaktiven Stationen, Wilhelm-Swarovski-Beobachtungswarte, kostenloses Parkhaus auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, Biker Safes (kostenlose Schließfächer zur Aufbewahrung von Helmen, Jacken etc.) am Hochtor und auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, reservierte Parkflächen für Motorradäer (Biker-Parkplätze) an diversen Standorten entlang der Straße.
Mit ein paar Fotopausen tuckerten wir hinauf bis auf die Edelweissspitze auf 2'571m.ü.M.
Tolle Aussicht und gutes Wetter machten die Ausfahrt zum totalen Genuss.
Weiter ging es auf der anderen Seite wieder hinunter Richtung Heiligenblut mit Zwischenstopp an der Pasterze (Gletscher beim Grossglockner, Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, 2'369m), wo neben einem 4-stöckigen Parkhaus den Touristen jede Menge geboten wird. Neben einer Bahn zum Gletscher hinunter, einem tiefen Stollen mit audiovisuellen Informationen, diversen Restaurants und spielenden Murmeltiergruppen besticht natürlich vor allem der schöne Blick auf den Grossglockner, der mit 3'798m den höchste Gipfel in den österreichischen Alpen darstellt. Dann ging es hinunter nach Heiligenblut und nachdem wir aufwärts mit den Enfields nur schwer brillieren können, zeigten wir abwärts, was in uns steckt. Sehr schöne Kehren und auch hier ein super Strassenzustand machte die Abfahrt zum totalen Genuss. Von Heiligenblut ging es dann nach Lienz, wo wir in der schönen Altstadt einen kleinen Snack zu uns nahmen, bevor es über den Felbertauerntunnel wieder nach Mittersill ging. Hier zahlt man noch mal 8 Euro, wenn man (so wie wir) nicht weiss, dass es eine Rundfahrkarte (Grossglockner / Felbertauern) gibt, die nur 23 Euro kostet. Naja, 2 Euro verschenkt. Beim ÖAMTC bzw. ADAC gibts übrigens verbilligte Karten! Von Mittersill tuckerten wir nur noch zurück ins Hotel und nach ca. 600km in 10 Stunden war das 4-gängige Menü genau das richtige. Danach gab es noch einen Diavortrag vom Hotelchef Günther persönlich, wo er über seine Offroad Motorradtour durch Marokko berichtete. Gefährliche Sache Tags drauf trafen wir uns um 8 Uhr zum Frühstück. Dann luden wir Hendriks Enfield wieder auf den Hänger, mit dem er sie von Dresden in die Hohen Tauern transportiert hatte und ich machte mich auf den Weg zurück nach Innsbruck. Zuerst ging es über Saalfelden auf den Griessenpass und via Fieberbrunn, St. Johann i.T. und Kitzbühel wieder nach Mittersill. Von dort fuhr ich zu den recht beeindruckenden Krimmler Wasserfällen und der Mautstrasse hinauf via Gerlospass ins Zillertal.
Irgendwo zwischen Krimml und der Mautstelle hat es mir dann einen Befestigungswinkel der hinteren Blinker abvibriert, den hab ich dann mit einem Spanngurt auf die Gepäckrolle gespannt und es ging weiter. Die Maut kostet 4 Euro. Die Fahrt vom Gerlospass hinunter nach Zell ist ein echter Genuss und beim Übergang Zillertal Inntal fuhr ich auf der Bundesstrasse weiter in Richtung Innsbruck, wo ich mit einem Freund noch eine kleine Extrarunde drehte. Hier zeigte sich, dass die Enfield beim Fahren nicht wirklich gut mit einer XS1100 korrespondiert. Dabei fuhr ich noch schnell beim Hein Gericke vorbei und holte mir einen neuen Blinkerwinkel, den ich gleich montierte.
Am Samstag fuhr ich dann übers Mieminger Plateau Richtung Fernpass zum Hahntennjoch. Auf dieser Strecke setzte mir bei höheren Touren immer wieder die Zündung aus, weshalb ich die Zündkerze kontrollierte. Die war pechschwarz und zum Teil war schon die Isolierung abgebrannt. Neue Kerze rein und es ging wieder, bei etwas höheren Drehzahlen hat sie aber immer noch angefangen zu stottern lief aber. Dieses Hahntennjoch ist schon eine wilde Strecke. Saftige Kurven, auf der einen Seite Schotter- oder Felswände, auf der anderen Seite steile Abhänge. Und zwischen lauter irren Rennfahrern ich mit meiner Enfield. Im Lechtal fuhr ich dann in Richtung Warth und dort über den Hochtannbergpass in den Bregenzerwald, wo ich auf einer Hütte noch eine Nacht verbrachte und mich von den Strapazen erholte Alles in allem war die Ausfahrt wirklich wunderschön, es waren die ersten richtig warmen, wolkenfreien Tage und der Verkehr hielt sich in Grenzen. Die 1'400km hat die Enfield gut überstanden und ausser der Kerze und dem Blinkerwinkel ist auch nix draufgegangen. Vielen Dank an Hendrik, der nicht nur die Idee zur Tour hatte sondern auch darauf bestanden hat, die Ausfahrt nach Pfingsten und damit nicht im Dauerregen sondern bei schönstem Wetter- durchzuführen.


