Geschichte

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Royal Enfield (gegr. 1893, erstes Motorrad gebaut 1901) ist die drittälteste noch Motorrad produzierende Marke der Welt. Nach Husqvarna (gegr. 1689, erstes Motorrad gebaut 1903) und Triumph (gegr. 1886, erstes Motorrad gebaut 1902), vor Harley Davidson (gegr. 1907, erstes Motorrad gebaut 1903).

Gründung 1893 bis 1917 Seit den frühen 18. Jahrhundert gab es in Hunt End in Worcestershire Town of Redditch eine Fabrik zur Herstellung von Nadeln. Mitte des 19. Jahrhunderts erwarben die Townsend-Brüder die Fabrik und begannen mit der Produktion von Fahrrädern. 1892 übernahmen Albert Eadie als Manager und Robert Walker Smiths als Leitender-Ingenieur den Betrieb. In enger Kooperation mit Royal Small Arms Factory in Enfield-Middlesex (spätere BSA) wurden nun auch Gewehrteile in der gegründeten Enfield Manufactering Company gefertigt. Um den rasch wachsenden Absatz von Fahrrädern nachzukommen wurde 1896 die New Enfield Cycle Company gegründet. Die Eadie Fahrräder wurden nun in Royal Enfield Fahrräder unbenannt und unter dem Slogan ´Made like a Gun´ vermarktet. Anfänglich wurde ein Dreirad- und Vierrad-Kraftfahrzeug und nach 1901 Motorräder gebaut. 1907 übernahm Robert Walker Smiths die Leitung der Firma und treibt die Entwicklung von Motorrädern voran. V-Twin Modell mit JAP-Motor (Model 180) und auch eigene Motoren wurden nun gebaut.


1914-1917

  • 1914 225 ccm-Zweitakter. Nach dem ersten Weltkrieg fertigte man Zweitakter, bis 1921 der 976 ccm-V-Twin diese ersetzte.

1917-1939

  • 1924 kamen Einzylinder 350er, und
  • 1928 der kopfgesteuerte 500 ccm Einzylinder.
  • 1930 500 ccm-Vierventiler
  • 1933 Export des Modells K mit 1140 ccm
  • 1933 Geburtsjahr der legendären "Bullet"(Kugel) mit 250 und 350 ccm.

1939-1945

Von 1939 bis 1945 wurden zahlreiche Motoren, Generatoren und auch Waffenbestandteile von Royal Enfield für den Kriegseinsatz hergestellt: Die Flying Flea mit 125ccm als Leichtkraftrad für die Falschirmtruppen, die WD/C sv-Modell und WD/CO OHV-Modell als ´Despatch Rider´Motorräder. Nach dem Krieg wurden die Restbestände aufgearbeitet. Modelle : WD/C

WD/CO Royal Enfield WD/CO

WD/CO-B

WD/H

RE125 (Flying flea)


1945-1970 Modelle

1948-1961 Royal Enfield Bullet 350

1953-1961 Royal Enfield Bullet 500

1963-1965 New Royal Enfield Bullet 350

  • 1953 bis 1960 wurden diverse Modelle in den USA als Indian vermarktet.
  • 1955 Aufbau der Produktion für die Bullet in Madras-Indien. In England wurden weiter Paralleltwins gefertigt, z. B. die 500er Twin von 1949 bis 1963, dann die 700 Meteor von 1952 bis 1962. Die Royal Enfield Crusader war ein Single mit 250 ccm, gebaut von 1956 bis 1966. Die Krönung war die Interceptor mit 750 ccm, ein Paralleltwin mit 52 PS.
  • 1970 Mit der Interceptor endete die Enfield-Produktion in England. In Indien erfreut sich die Bullet 350 steigender Beliebtheit. In den Export gehen die 500er Typen.

Weiter gings in Indienunter dem Namen ENFIELD

1990 erfolgt erstmals wieder ein offizieller Import von Royal Enfield Motorrädern nach Europa mit einer Präsentation auf der Motorshow in Stefford. In Deutschland sind zu diesem Zeitpunkt nur Einzelabnahmen für Grau-Importe möglich. Importeur in Deutschland sind ab 1992 Schmidt und Nulle in Wilhelmshaven. Anfänglich war ist Fertigungsqualität in Indien noch unzureichend. Importmodelle erforderten in Deutschland erhebliche technischen Nachbesserungen und führten zu einem Image der Schrauberbaustelle mit einem ungünstigen Schraub/Fahr Index. Erst die Zusammenarbeit mit den europäischen Importeuren, allen voran EGLI aus der Schweiz führt zu erheblichen Verbesserungen der Indischen Fertigungqualität. Das EGLI-Tuning umfasste eine Überarbeitung des Zylinderkopfes, der offen gesagt in Indien sehr lieblos gefertigt wird und eine verbesserte Lagerung des Zündunterbrechers. Leistungssteigerung der Ölpumpe, Hubraum Vergrößerungen auf 535 und 600cc, Diverse Übersetzungen im Schaltgetriebe und Verbesserungen der Kupplung runden das Bild ab.


  • 1994 Die Firma Eicher Goodearth Ltd., die selbständige Tochter der inzwischen erloschenen deutschen Eicher übernimmt Royal Enfield India und nennt diese um in Royal Enfield Motors Limited.
  • 1999 Die Namensrechte an "Royal Enfield " gehen wieder nach Indien, sodass die Klassiker nun nicht mehr offiziell Enfield India genannt werden müssen, sondern wie die legendären Ahnen "Royal Enfield" heißen dürfen. Von den Bullet werden jedes Jahr ca. 35.000 Stück produziert.
  • 2000 wird eine neue Fabrik eröffnet, die Fertigungsqualität gesteigert und in Indien eine neue Variante der 350er vorgestellt.
  • 2005 Die neue linksgeschaltete Bullet Elektra 500 wird in Großbritannien eingeführt.
  • 2006 Die Einführung neuer Abgasvorschriften (EURO 3) für neu zugelassene Motorräder beendet vorerst die Geschichte der Bullet in Europa, sowohl für die Benziner aus Indien als auch für die meisten Kleinserien-Umbauten auf Dieselmotor. Es sind nur noch Restbestände im Wege einer Einzelzulassung zulassungsfähig. Nur noch ein Dieselmotorradkleinserienhersteller (Fa. Sommer) ist weiterhin auf dem Markt, darf aber aus Zulassungsgründen nicht mehr mit dem Herstellernamen „Royal Enfield“ vermarkten.
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