Gelbatterie
Aus EnfieldWiki
Gel- und Vliesbatterien sind verschlossene Bleiakkumulatoren
Aus Wikipedia:
Bleiakkus können auch in einer verschlossenen Bauform hergestellt werden. Verschlossenen Bleiakkus sind wie folgt aufgebaut:
Die Zellen sind zugeschweißt, es existiert lediglich ein Überdruckventil. Der Elektrolyt ist festgelegt, also nicht mehr flüssig. Der Elektrolyt kann auf zwei Arten festgelegt werden:
Durch Zusatz von Kieselsäure zur Schwefelsäure erstarrt der Elektrolyt zu einem Gel. Dieser Typ wird als Gelakku bezeichnet. Zwischen die Elektroden wird ein Glasfasergewebe eingebracht, das den Elektrolyten vollkommen aufsaugt. Dieser Typ wird Vliesakku genannt. Durch den festgelegten Elektrolyt ist es möglich, verschlossene Bleiakkus lageunabhängig zu betreiben.
Bei Gelakkus tritt praktisch keine Säureschichtung auf, in Vliesakkus ist sie gegenüber geschlossenen Akkumulatoren vermindert.
Der Innenwiderstand von verschlossenen Bleiakkus ist höher als bei vergleichbaren geschlossenen Bleiakkus. Sie sind daher weniger geeignet hohe Ströme zu liefern, wie sie bei der Anwendung als Starterbatterie erforderlich sind.
Da die Zellen verschweißt sind, ist es nicht möglich, die Batterie zu öffnen, um beispielsweise Wasser nachzufüllen. Dies ist auch nicht erforderlich, da verschlossene Bleibatterien deutlich weniger gasen als herkömmliche Bleibatterien. Durch den festgelegten Elektrolyten hindurch bilden sich Gaskanäle aus. Der durch die Nebenreaktion an der positiven Elektrode gebildete Sauerstoff kann daher direkt zur negativen Elektrode wandern und dort zu Wasser rekombinieren.
Bei Überladung der verschlossenen Bleibatterie (d.h. wenn die Spannung zu hoch ist) wird ein Überschuss an Sauerstoff erzeugt, der nicht mehr rekombinieren kann. Im gleichen Maße wird an der negativen Elektrode Wasserstoff erzeugt. In diesem Fall entweichen die Gase durch das Überdruckventil und die Batterie kann mit der Zeit austrocknen. Da ein Nachfüllen des Elektrolyten nicht möglich ist, erfordern verschlossene Bleibatterien ein angepasstes Ladeverfahren. Es muss vermieden werden, dass die Batterie über längere Zeit bei einer zu hohen Spannung geladen wird, die mit starker Gasung verbunden ist.
Eine andere Möglichkeit ist, ein wenig eines katalytisch aktiven Materials beizufügen, an dem der Wasser- und der Sauerstoff zurück zu Wasser reagieren können.
Zusätzlich besteht bei der Ladung mit einer überhöhten Spannung bei verschlossenen Bleibatterien die Gefahr des Thermal Runaway. Der interne Sauerstoffkreislauf erwärmt die Batterie. Eine Erhöhung der Batterietemperatur führt bei konstanter Spannung zu einem erhöhten Ladestrom. Dieser führt zu einer vermehrten Gasentwicklung und der Sauerstoffkreislauf wird verstärkt. Dieser selbstverstärkende Prozess kann die Batterie überhitzen und zerstören.
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht - ist die Enfield grundsätzlich für den Betrieb mit einer Gelbatterie geeignet oder nicht?
Hi,
Gelakkus brauchen eine niedrigere und gleichmäßigere Ladespannung als herkömmliche Bleiakkus. Der hohe Ladestrom herkömmlicher Regler zerstört die Gelakkus nach kurzer Zeit. Die Fa. Sommer ( www.royal-enfield.de ) bietet geeignete Regler an. Diese sind zusätzlich auch mit einem Kondensator bestückt, welcher auch einen Betrieb des Fahrzeuges ganz ohne Batterie möglich macht. Licht gibt es dann selbstvertändlich nur bei laufendem Motor.
Gruß Stefan_H
Was denn nun? Ladestrom oder Ladespannung zu hoch? Eine Gelbatterie kann locker bis zu 14,4 Volt ab ohne zu leiden. Die Erhaltungsladung nach dem Volladen beträgt ca. 13,8 Volt. Nimm ein Digitalmultimeter und schnall es auf den Tank und schau während der Fahrt wie hoch die Ladespannung direkt an der Batterie ist. Ist sie kleiner 14,4 V sollte alles ok sein. Der Ladestrom wird vom Innenwiderstand der Batterie bestimmt, was soll da zu hoch sein? Der kann höchstens zu hoch für den Regler werden wenn die Batterie sehr entladen ist und diesen wiederum zerstören. Bringt der Regler weniger als 14,4 Volt wird die Batterie eben nie richtig voll. Um die Gelbatterie (eigentlich richtig Gelakku) zu pflegen sollte man sie in regelmäßigen Abständen mal an ein Ladegerät mit spezieller Ladekurve für Gelbatterien anschließen. Dadurch wird die Batterie dann regelmäßig frisch voll aufgeladen. (Alle 2 - 3 Monate ca.) Ich fahre jetzt seit drei Monaten mit einer Gelbatterie und dem original Bullet 500 Regler und habe keine schlechten Erfahrungen gemacht. Bisher hab ich die Gelbatterie erst einmal am Anfang am Ladegerät gehabt und ich hab einen Elektrostarter für die 440er Lombardini.Ich stelle nun noch Blinker, Tagfahrlicht, Pilotlampen und Rücklicht/Bremslicht/Nummernschildbeleuchtung auf LED um (lastunabhängiges Kellermann Blinkrelais) und benutze als Fahrlicht im Dunkeln 35/35W Halogen statt 60/55 Wattum die etwas schmalbrüstige LiMa zu entlasten. In einem Jahr melde ich mich wieder und schreibe was aus der Gelbatterie geworden ist.
Gruß DrStrange (20.07.09)
Nachtrag:
(21.07.09)
Heute die Antwort von J. Sommer erhalten. Auf meine Frage hin, was denn mit einer Gelbatterie passiert, die mit dem Standardregler der 500er Bullet betrieben wird, hier der Auszug aus der mail:
[...] Frage: Und wenn ich den Standardregler der Bullet mit einer Gelbatterie benutze?
Antwort: (J.Sommer) Funktioniert noch besser, da Spannungsausgang höher.
Ich werde trotzdem mal die Messung machen mit dem Multimeter im Tankrucksack und demnächst hier davon berichten.
Gruß DrStrange

